Gold hat sich um gut zehn Prozent dieses Jahr verteuert. Durch die Aufwertung des US-Dollars hat das Edelmetall für Anleger in Euro nochmals deutlich zugelegt, nachdem es auch schon in 2014 in Euro gerechnet zwölf Prozent teurer geworden ist. Gründe hierfür finden sich in der expansiven Geldpolitik der Zentralbanken als auch in der chinesischen und indischen Nachfragesituation. Gold wird wie jeder Rohstoff hauptsächlich von Angebot und Nachfrage bestimmt. Das Angebot entsteht durch neugefördertes Minengold und recyceltes Altgold. Die Nachfrageseite wird größtenteils durch die Schmuckindustrie und die Notenbanken bestimmt bzw. in Krisenzeiten als Sicherheitsinvestment oder Inflationsausgleich eingesetzt.

Aber wie sind die zukünftigen perspektiven für das glänzende Metall? Viele Unternehmen im Goldsektor haben aufgrund der Abwärtsdynamik im Goldpreis seit Ende 2012 die Investitionen in neue Projekte gekürzt oder Ihr Geschäftsmodell stark zurückgefahren, teilweise sogar eingestellt. Diese Verknappung zusammen mit den weiterhin niedrigen Zinsen sollte sich in den nächsten Monaten positiv auf den Goldpreis auswirken können. Die Goldminen-Aktien profitieren zudem vom niedrigen Ölpreis, der die entscheidenden Förderkosten zusätzlich reduziert. Die Notenbanken sollten ihre Verkäufe ebenfalls weitestgehend abgeschlossen haben. Zudem wirkt sich der Angebotsrückgang von der Förderseite erst in den nächsten Quartalen richtig aus. Auf der Nachfrageseite war bisher noch keine nachhaltige Belebung über den Schmucksektor erkennbar. Diese Faktoren sprechen für freundlichere Preisniveaus in Gold. Von der Währungsseite erwarten wir hingegen wieder etwas mehr Druck. Der USD wird seine Aufwärtsdynamik gegenüber des Euro nach der jüngsten Korrektur langsam wieder aufnehmen. Für Käufer in Gold bietet dies eine zusätzliche Währungschance.

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