2014 war ein ereignisreiches und auch schwieriges Börsenjahr. Es hat sich ausgezahlt, die Ruhe zu bewahren und in den verschiedenen Korrekturphasen in der zweiten Jahreshälfte in Verkaufspanik zu verfallen. Wer die Nerven behalten hat konnte zweistellige Jahresrenditen einfahren.

Die Weltwirtschaft wird auch in 2015 ein positives Wachstum aufweisen, jedoch nicht einheitlich. Zwischen den großen Regionen USA, Europa und Asien wird es zu deutlichen Diskrepanzen in der Wachstumsdynamik kommen. Die Erwartung einer größer werdenden Zinsdifferenz ließ den USD deutlich steigen, dieses wird die europäischen und japanischen Unternehmen im Export unterstützen. Wir gehen vorerst von einem weiter festen USD aus, da die Europäische Zentralbank das Instrument der Leitzinsanhebung im aktuellen Umfeld nicht nutzen kann.

Der starke USD wirkt sich ebenfalls auf die in USD fakturierten Rohstoffmärkte aus und sorgt hier für Abgabedruck. In diesem Zusammenhang wirkt der niedrige Ölpreis wie ein groß angelegtes globales Konjunkturprogramm und sollte in den nächsten Quartalen auf der Verbraucherseite den Konsum stützen, während er auf der Unternehmensseite zu Kosteneinsparungen führt. Wir halten diese Situation beim Öl für ein Politikum, um sich der Konkurrenz durch die neuen und teureren Produktionsverfahren zu erwehren. Im Laufe des 2. Halbjahres sollte sich auch diese Situation wieder entspannen. Bei der antizyklischen Auswahl von Unternehmen aus der Branche sollte der Fokus auf den Förderkosten und Produktionsgebieten liegen.

Schwellenländeraktien sind für uns kurzfristig noch kein Thema, sollten aber im Laufe des Jahres an Bedeutung gewinnen, da hier die Wachstumsraten im globalen Vergleich weiter hoch bleiben.

Die Anlageklasse der offenen Immobilienfonds wird eine zusehends wichtigere Rolle bei der Assetaufteilung einnehmen, denn auch in 2015 wird die Niedrigzinsphase speziell in Europa für Anlagedruck sorgen. Die ersten Anbieter haben ihre Hausaufgaben gemacht und können mit adäquaten Produkten aufwarten. Es könnte sich lohnen, vor dem breiten Markt dabei zu sein.

Die Suche nach Anlagealternativen im verzinslichen Bereich bleibt schwierig und stützt höchstwahrscheinlich den Bondbereich der Schwellenländer. Bei den Staatsanleihen guter Bonität sehen wir auf Grund der anhaltend geringen Verzinsung keinen Investitionsbedarf.

Die bekannten geopolitischen Risiken in Russland bzw. der Ukraine sowie im Nahen Osten sollten sich im Laufe des 2. Halbjahres abschwächen. Inflationsgefahren sehen wir vorerst keine und sollten keine neuen Brandherde oder Krisen in diesem Jahr aufkommen, dann bleibt Gold als sicherer Hafen von untergeordneter Bedeutung.

Zusammengefasst kann man sagen, dass die Asset-Klasse Aktien den Investoren auch im kommenden Jahr wieder Profite bescheren sollte, wenn auch unter ähnlichen starken Schwankungen wie im abgelaufenen Jahr. Es wird sicherlich wieder ein herausforderndes und spannendes Börsenjahr, welches Chancen für den disziplinierten Anleger bietet. Ein aktives, professionelles Management mit Blick auf alle Anlageklassen ist jedoch obligatorisch.

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