Rund um den Globus ging es an den Aktienmärkten im 3. Quartal deutlich bergab. Die Sorge, die Weltwirtschaft könnte schlechter dastehen als erwartet, sorgte für Nervosität. Die Unsicherheit darüber, wann die Fed das erste Mal die Zinsen erhöht, ist hoch. Das Fehlen einer klaren Richtung und eine Flut von deprimierenden Nachrichten haben für Verwirrung und negative Stimmung gesorgt. In diese ohnehin bedenkliche Stimmung kam der VW Skandal äußerst ungelegen und führte zu einer enormen Verkaufswelle im europäischen Automobilsektor.

Die europäische Industrie zeigt sich ungeachtet dieses Gegenwinds widerstandsfähig und der Dienstleistungssektor setzt sein robustes Expansionstempo fort. Alles in allem bleibt die konjunkturelle Entwicklung in der Eurozone aufwärts gerichtet. Klare Belege in dieser Hinsicht lieferten auch die Stimmungsindikatoren in den binnenwirtschaftlichen Sektoren. Positiv stimmen neben des übertrieben negativen Sentiments auch die hohen Cash-Bestände bei Institutionellen Investoren.

Auch bei den Anleihen kam es in den letzten Monaten zu erheblichen Kursrückgängen. Besorgt sind die Anleger über die widersprüchlichen Signale der FED sowie die Auswirkungen der globalen Entwicklungen auf die Weltwirtschaft. Die Märkte für Staatsanleihen der Kernländer wurden wieder von der Risikoneigung der Investoren getrieben. Da sich die Aktienmärkte nicht erholten, schien die Nachfrage nach als sicher geltenden Anleihen in den letzten Wochen wieder zu steigen, was die Renditen drückte. Die Unsicherheit über den Zeitpunkt der ersten Leitzinsanhebung durch die Fed rückte auch die anderen Zentralbanken stärker in den Fokus. Die chinesische, die japanische und die Europäische Zentralbank sind allesamt bereit, ihre konjunkturfördernde Geldpolitik beizubehalten und gegebenenfalls sogar auszuweiten.

Bei europäischen Investmentgrade-Unternehmensanleihen und im globalen High Yield Segment sind die Risiken gestiegen. VW ist das beste Beispiel dafür. Ausgehend von aktuellen Schätzungen der möglichen Strafen könnte Volkswagens Bonitätsnote in den unteren Investmentgrade-Bereich gesenkt werden. Die Turbulenzen um Volkswagen waren der Hauptgrund dafür, dass die Risikoaufschläge bei europäischen Investmentgrade-Anleihen zuletzt deutlich gestiegen sind. Speziell bei den Zulieferern wie SGL, Conti oder Duerr kam es zu Verzerrungen. Die Aufschläge bei europäischen Investmentgrade-Unternehmensanleihen sollten bis Ende des Jahres leicht zurückgehen.

Die Besonderheit im aktuellen Marktumfeld stellt die hohe Korrelation der unterschiedlichen Assetklassen dar. Bisher konnte man davon ausgehen, dass eine Assetklasse eine andere zumindest teilweise im Gegenzug kompensiert. Das bedeutet: Aktien fielen und Anleihen stiegen. Die jüngste Abwärtsbewegung führte zu Kursverlusten in nahezu allen Assetklassen und damit einem Gleichlauf, was aus Diversifikationssicht ein Problem darstellt.

Wir erwarten eine Beendigung des Machtkampfes in der FED und eine klare Aussage von Janet Yellen noch im Schlußquartal 2015. Dieses sollte den Knoten zum Platzen bringen – unabhängig von der Entscheidung pro oder contra Zinserhöhung. Einer Jahresendralley stünde dann deutlich weniger im Wege. Selektive Zukäufe in Aktien und Anleihen erscheinen auf diesem Niveau für den mittelfristig orientierten Anleger interessant.

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