Das erste Quartal 2018 war von Turbulenzen geprägt. Nach einem freundlichen Jahresstart korrigierten die internationalen Aktienmärkte spürbar. Die Jahresanfangseuphorie wurde durch steigende Zinsen, verbunden mit höheren Inflationserwartungen, einer zunehmenden Abschottungspolitik der USA, anhaltender politischer Unsicherheiten und nicht zuletzt durch die nicht eingetretene Volatilitätswette amerikanischer Hedgefonds beendet. Die Anleger reagierten verschreckt und reduzieren ihre Risikoanlagen. Die jüngsten Sorgen vor einem globalen Handelskrieg, ausgehend von den geplanten US-Importzöllen, hatten gerade in den letzten Handelstagen zu herben Verlusten an den Kapitalmärkten geführt. Da Präsident Trump eine protektionistische Politik bereits im Wahlkampf auf seiner Agenda hatte, waren solchen Maßnahmen nicht vollkommen überraschend. Entsprechend haben wir die Aktienquoten in den Portfolien im Berichtszeitraum reduziert. Trump versucht, bis zu den „Mid-Term-Elections“ weitere Wahlversprechen einzulösen. In den letzten Tagen deutet sich durch die US-Importzölle eher ein Handelskonflikt zwischen den USA und Asien als mit Europa an. Aber selbst die geplanten US-Strafzölle sollten das chinesische BIP–Wachstum nur begrenzt tangieren. Das erwartete Wachstum für die Region Asien-Pazifik wird von Analysehäusern mit knapp 5% weiterhin als robust erwartet. Das Worst-Case-Szenario wäre ein Handelskrieg, bei dem es jedoch keine Gewinner gibt.

Vorerst bleiben die Aussichten für eine weiterhin robuste globale Konjunkturerholung gut. In Europa könnte das wirtschaftliche Umfeld allerdings langsam den Wachstumsgipfel erreicht haben. Frühindikatoren für den Euro-Raum signalisieren erste Abkühlungstendenzen auf immer noch hohen, expansiven Niveaus. Investoren sollten sich auf niedrigere Gewinnwachstumsraten einstellen. Die problematische Regierungsbildung in Deutschland und in Italien sowie der nahende geldpolitische Wechsel der EZB in einem Umfeld beginnender globaler Zinsnormalisierung mahnen internationale Investoren derzeit daher zur Zurückhaltung gegenüber Europa. Diese Faktoren scheinen aber bereits eingepreist zu sein, denn auf Bewertungsebene sind europäische Aktien im globalen Vergleich günstig bewertet. Der konjunkturelle Erholungstrend der USA bleibt hingegen intakt und wurde durch die US-Steuerreform noch einmal befeuert. Die Europäische Zentralbank läutet mit einem Auslaufen der Anleihekäufe ab September dieses Jahres das Ende der ultra-expansiven Geldpolitik ein. Leitzinsanhebungen sind vor Mitte 2019 aber nicht zu erwarten. Die amerikanische Notenbank hingegen wird auch unter Powell an den angekündigten Zinsanhebungen festhalten. Drei Zinsschritte sind für dieses Jahr noch zu erwarten.

Investoren fragen sich, wie lange der neunjährige Bullenmarkt noch läuft, wenn die Notenbanken restriktiver werden, die Inflationsdaten steigen und globale Handelsbeschränkungen ausgeweitet werden. Die gestiegene Volatilität spiegelt aktuell die Verunsicherung des Marktes wider. Die Angst vor einer Eskalation halten wir aber für überzogen, da alle Beteiligten das Interesse haben, die eigene Wirtschaft nicht zu schädigen. Nahezu alle Volkswirtschaften sind in der globalen Wertschöpfungskette eng miteinander verbunden. Die Aktienmärkte durchlaufen bisher eine schmerzhafte, aber vertretbare Korrekturphase in Relation zu den Gewinnen der Vorjahre. Die bekannten sicheren Häfen, Schweizer Franken, Gold und Staatsanleihen lassen bisher noch keine auffälligen Mittelzuflüsse erkennen. Die jüngst leicht gefallenen Renditen von Staatsanleihen weltweit sollten noch keine grundsätzliche Trendwende einläuten und für eine Beendigung des Bullenmarktes müssen Faktoren wie stark anziehende Inflation und Zinsen bei gleichzeitig fallenden Unternehmensgewinnen und Margen zusammen kommen, was aktuell ebenfalls noch nicht zu beobachten ist. Dem hohen Pessimismus sollte erfahrungsgemäß eine positive Reaktion folgen. Über den Sommer dürften die Märkte unter hohen Schwankungen seitwärts tendieren und in Richtung Jahresende Chancen auf Kursgewinne bieten.

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