In der Rückschau ist Faktor-Investing eine lohnende Idee. Auf lange Sicht ist es aber nicht sinnvoll, passiv auf ein oder zwei Aktienfaktoren zu setzen, sagt Portfoliomanager Jan-Patrick Weuthen.

Wer mit Fokus auf Rendite-Faktoren wie Volatilität oder Momentum investiert, kann historisch betrachtet die meisten Indizes schlagen. "Das gemeinsame Ziel der Faktoren ist es, baubedingte Nachteile und Ungleichgewichte zu reduzieren, die die bekannten Indizes häufig aufweisen", erklärt Jan-Patrick Weuthen, Portfoliomanager bei B&K Vermögen. "Das Problem ist aber, dass diese Faktoren nicht dauerhaft ihre Stärken ausspielen können."

Auch Faktoren unterliegen gewissen Zyklen. "Faktor-Investing ist somit kein passiver Selbstläufer, wie es in Hochrechnungen gern dargestellt wird", warnt Weuthen. Anleger sollten Faktoren aktiv je nach Marktlage einsetzen und immer wieder überprüfen, welche Strategie im jeweils aktuellen Marktumfeld sinnvoll ist, rät der Vermögensprofi.

Der Wind kann sich rasch drehen

Value-Aktien etwa laufen wachstumsstarken Technologie-Titeln seit mehr als zehn Jahren hinterher. "Bei einer Zinswende könnten Value-Titel schnell wieder die Führung übernehmen", so Weuthen. Small- und Mid-Caps wiederum schnitten in den vergangenen Jahren besser ab als Standardwerte, sind aber mittlerweile hoch bewertet. Das Fazit des Portfoliomanagers: "Faktor-Investing ist bedingt sinnvoll, aber nicht das angepriesene Allheilmittel." (fp)

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